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Ötztaler Radmarathon

Für Peter, Philipp und Mathias war es das erste Mal und entsprechend groß war die Aufregung bei den Dreien.
Aber auch die anderen 4 Renner machten sich im Vorfeld Gedanken zur Form, zur Gesundheit, zum Wetter. Wissen sie doch aus eigener Erfahrung, dass solch ein Rennen kein Pappenstiel ist, und 238 km bei 5500 hm nicht so im Vorbeigehen zu absolvieren sind. Jeder hat seine Stärken und Schwächen, der eine kann bergauf gut, der andere holt bergab eine Menge Plätze, wieder andere blühen bei Hitze so richtig auf. So war es also wieder einmal sehr spannend, wie sich die Rahmenbedingungen auf die Tour auswirken würden. Die Wettervorhersagen waren miserabel, aber was heißt das schon, im Vorjahr hatte es am Samstag geschneit, am Sonntag war herrlichstes Wetter.
Am Freitag sah alles noch gut aus und auch am Samstag konnte man noch von Sommerwetter sprechen, obwohl eine Kaltfront hereinbrechen sollte. Die letzte Trainingstour nach Vent verlief dann auch wie geplant. Dafür goss es dann ab 19 Uhr wie aus Kübeln und hörte erst früh am Morgen wieder auf. Ich weiß nicht, wie die Ötztaler Veranstalter das machen, aber zur Startaufstellung war die Straße bereits weitestgehend abgetrocknet, wenn auch noch bei ziemlich niedrigen Temperaturen.
Unsere 3 Debütanten waren voller Aufregung, auch die anderen fieberten dem Start entgegen. Für einen vernünftigen Startplatz im „gemeinen" Feld musste man bereits ab 6 Uhr am Start sein. Philipp wurde ganz unruhig, als sich plötzlich der Akku seines High-End-Messgerätes (auf dem wird so ziemlich alles aufgezeichnet) verabschiedete. Wie kann man solch eine Strecke nur nach Gefühl so ohne jedes Wissen über die momentanen Körperwerte fahren? Nein, das war nichts für Philipp. Der Puls stieg geschätzt inzwischen auf 200. Was nun? Peter wusste Rat, nahm seinen guten alten Garmin-Pulsgurt und die Uhr ab und übergab beides Philipp. Was für eine Kameradschaft! Peter war ohnehin der Meinung, lieber nach Gefühl als nach Anzeige zu fahren. Dies sollte sich später als durchaus positiv erweisen. Mit dem Pulsmesser hätte er wohl diese Zeit nicht geschafft.
So konnten also alle 7 voller Vorfreude und Spannung ins Rennen gehen. Die Zurückgebliebenen waren nicht ohne Sorge, dass alle wohlbehalten das Ziel erreichen werden. Glücklicherweise gab es vom Zeitnehmer an jedem Pass eine SMS an eine gewünschte Handynummer, so dass schon anhand der gefahrenen Zeit erkennbar war, wie das Rennen verlief. Auf jeden Fall war es immer wieder ein Lebenszeichen!
Bis zum Kühtai ging es für alle gemeinsam, im Gedränge der Labestation verloren sie sich jedoch bald, und jeder fuhr von da an sein eigenes Rennen. Es war ziemlich kalt, im Laufe des Tages wurde es richtig stürmisch. Hin und wieder sorgten kurze, aber intensive Schauer für noch größere Strapazen. Nicht für jeden war es ein Traumrennen, Thomas litt sehr unter der Kälte, und Krämpfe machten ihm ziemlich zu schaffen. Die 3 weiteren Pässe Brenner, Jaufenpass und zur Krönung das Timmelsjoch forderten die letzten Reserven von unseren Jungs. Mathias R. war unser Pechvogel. Mit 3 defekten Schläuchen und sogar einem Mantel sorgte er bei den Serviceteams für kräftig Arbeit und für sich selbst für eine viel längere Fahrzeit als eigentlich möglich gewesen wäre. Aber auch er gab nicht auf! Unter ziemlich widrigen Umständen kamen alle ohne Unfall, wenn auch am Ende ihrer Kräfte, glücklich im Ziel an und wurden voller Freude begrüßt. Selbst zwei Tage danach schweben vor allem unsere Debütanten ob der vollbrachten Leistung und der tollen Erlebnisse immer noch auf Wolke 7.
Den Veranstaltern gehört unser Respekt und unsere Anerkennung. Seit 30 Jahren für inzwischen 4500 Starter solch ein Rennen zu organisieren, ist wirklich eine klasse Leistung. Inzwischen sind viele der Ötztaler Teilnehmer schon zu einer eingeschworenen Gemeinschaft geworden, man trifft immer wieder bekannte Gesichter und lernt in jedem Jahr neue Verrückte kennen. Und ein wenig verrückt muss man schon sein, um solch ein Rennen zu absolvieren...

Eure Silke

Und was machen wir im nächsten Jahr Ende August? Na, den Ötztaler fahren, was denn sonst!

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Steckbrief

Ötztaler Radmarathon
Sölden, Österreich
31.08.2014
10 Teilnehmer über 238 km / 5500 hm
Stefan: 8:01 h
Peter: 8:59 h
Klaus: 9:25 h
Michael F.: 9:52 h
Bernd: 10:07 h
Carsten: 10:11 h
Thomas: 10:35 h
Falk:10:42 h
Philipp: 11:02 h
Michael K.: 11:12 h
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