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Brocken Hero - Wieder mal ein tolles Erlebnis

Mein erster Brocken-Hero
Am 13. Juni 2015 war es nun so weit. Meine erste Brocken-Hero-Teilnahme mit schlappen 300 km und einigen Höhenmetern standen an. Die Vorbereitung waren, vorsichtig ausgedrückt, alles andere als optimal. 2500 km hatte ich zwar schon in den Beinen, dafür kaum Höhenmeter und im persönlichen Tourbuch 2015 stand nur eine Runde über 100 km. Anfang Juni habe ich mir noch einen Infekt eingehandelt und konnte nicht aufs Rad. Vor dem Hero musste ich mir noch den Unternehmenslauf geben und fing mir doch da tatsächlich eine hartnäckige Verhärtung in der Wade ein. Blöd, aber absagen war keine Option. Denn was gibt es schöneres, als den ganzen Tag Rennrad zu fahren und nebenbei noch diverse Schlemmereien hemmungslos verschlingen zu dürfen. Trotzdem war der Respekt vor der Strecke gehörig. Sicherheitshalber hatte ich ein paar Tage zuvor die Zugverbindungen ab Nordhausen gescheckt.
Nichtsdestotrotz hieß es also 4:30 Uhr aufstehen und nach einem kurzem Frühstück zum Domplatz runterrollen. Am Treffpunkt standen schon einige Sportfreunde und 2 Begleitfahrzeuge. Die liebenswerteste Begrüßung kam von Philipp, der meinte, mit Knielingen brauche ich hier nicht aufkreuzen, es wird heute warm. Okay, ich hörte und entledigte mich des wärmenden Equipments. Das sollte nicht der letzte Spruch von Philipp gewesen sein.
Los ging es und die Gruppe fuhr aus Erfurt raus. Die Zeit bis nach Kelbra verging wie im Flug. Ein Plausch hier, ein Plausch dort. Wunderschöne Strecke. Noch war bestes Wetter. Kurze Aufregung im Feld, Andrea verlor ihre Trinkflasche vor mir und veredelte mit dem süßen Inhalt meine Beine. Die Flasche fand sich aber rasch wieder an. Kurz vor Kelbra gab es die erste Verpflegungsstelle mit allem was das Herz begehrte. Christian empfahl mir auf der Strecke, doch unbedingt den Reiskuchen von Clarissa zu probieren. Das habe ich natürlich getan und ich muss hier nachträglich ein Kompliment machen, wirklich formidable. Clarissa, Michael und Daniela fuhren nach dem Frühstück in Kelbra ihre Runde zurück nach Erfurt. Philipp fragte mich noch, warum ich so viel esse, so viel wäre ich doch noch nicht gefahren. Diesmal hörte ich nicht und langte erneut am Buffett zu.
Weiter ging es Richtung Harz. Jetzt zogen auch die ersten bedrohlichen Regenwolken auf, die dann auch alsbald ihren nassen Inhalt über uns ausgossen. Bis auf 2 längere Schauer über den Tag hatten wir viel Glück. An den ersten Anstiegen im Harzvorland merkte ich so langsam meine nicht vorhandene Bergform. Während Peter mit gefühltem Ruhepuls die Gruppe über die kleineren Anstiege führte, fuhr mein Puls die erste Achterbahn. El Presidente Thomas war bei mir und beruhigte mich, dass ich mein Tempo fahren soll, der Tag wäre noch lang. Im übrigen schwindelte er mich immer mal an - von wegen maximal 10 Minuten und der Berg ist nicht so steil. Mit dem sonoren Nageln des Diesels unseres Begleitfahrzeugs im Rücken tuckerte ich also so manchen Berg hoch. In Schierke angekommen goss es in Strömen. Der Brocken war komplett in dunkle Wolken gehüllt. Wie einige andere entschied ich mich, am Treffpunkt unterhalb des Brockens trockene Sachen anzuziehen, zu essen und auf die waghalsige Meute zu warten, die trotz der widrigen Umstände den Aufstieg wagte. Nächstes Jahr fahre ich bis ganz nach oben, da lege ich mich schon mal fest.
Auf dem Rückweg nach Erfurt hatten wir bestes Wetter. 3 Sportfreunde waren von der Sonne so euphorisiert, dass sie glatt einmal falsch abgebogen sind. Große Aufregung im Rund, es sollte bis Schlotheim dauern, bis wir wieder alle zusammen waren.
Schlotheim ist mittlerweile Legende. Nudeln und Kuchen mit Sahne sorgten für den letzten Schub in Richtung Domplatz. Die Stimmung war super und so konnten wir mit Rückenwind die letzten Kilometer unter die Reifen nehmen. Im Gegensatz zu den Anstiegen lief es in der Ebene dafür um so besser. Ich bin halt doch ein Rolleur.
Am Domplatz angekommen war die Freude groß. 300 km sind viele von uns, mich eingeschlossen, noch nicht an einem Stück gefahren. Persönlich fühlte ich mich gut und die gemeine Verhärtung in der Wade war auch verflogen. Dafür gab es dann auch aus Silkes Händen ein Schmankerl aus der Goldhelm-Schokoladenmanufaktur, welches ich meiner Frau als kleine Entschädigung für so manche frühe Trainingseinheit an den vergangenen Wochenenden gern daheim überreichte.
Ein riesengroßer Dank geht an alle Beteiligten und Betreuer. Ihr habt für mich die erste Ausfahrt im topdev-Trikot zu einem absolut genialem Erlebnis gemacht. Großen Respekt zolle ich den beiden Kollegen, die in Turnschuhen und mit scheinbar einfacher Ausstattung die Runde bis zum Ende mitgefahren sind. Chapeau!

Euer Thomas B.

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Steckbrief

Brocken Hero
Erfurt, Deutschland
13.06.2015
23 Teilnehmer über 300 km
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